Flohmarkt für Ghana

Der Flohmarkt kurz vor Weihnachten ist in jedem Jahr einer der Höhepunkte an den Placidus-Heinrich-Schulen Schierling mit dem Dr.-Rudolf-Hell-Schulhaus Eggmühl. Denn da wird einerseits der soziale Zusammenhalt augenscheinlich, und andererseits die edle Geste, mit anderen zu teilen. Die Kinder und Jugendlichen verkauften Spielsachen, Puppen, Bücher und vieles andere mehr – und sämtliche Einnahmen gehörten für Projekte von Schwester Elis von den Armen Schulschwestern in Ghana für bedürftige Kinder. In diesem Jahr war es das Rekordergebnis von 3.400 Euro!

Die Schülerinnen und Schüler der zweiten bis neunten Klassen hatten in den Wochen vor dem Flohmarkt – oft gemeinsam mit ihren Eltern – ihren Fundus an Spielsachen und Geschenken aus früherer Zeit durchforstet und unzählige Artikel ausgesucht, die sie zum Kauf anboten. Die Erstklässler waren diesmal noch nicht Verkäufer, sondern nur „Kunden“, denn sie sollten erst einmal sehen und erleben, wie das vor sich geht.
Sie konnten ganz unterschiedliche Strategien bei den Kindern und Jugendlichen beobachten. Während die einen auf die Kunden zugingen und ihre „Ware“ offensiv ins Gespräch brachten, hielt sich andere zurück und warteten ab, bis sich jemand wirklich für eines ihrer Exponate interessierte. Es herrschte auf allen Fluren überaus geschäftiges Treiben. Die einen präsentierten am Boden sitzend auf Decken, die anderen wählten lieber Tische. Alles wurde vor dem Kauf einer kritischen Prüfung unterzogen. Es gab Bücher, Spiele, Puppen, Kappen, Sammelkarten, Duftlampen, und sogar einen Englischkurs oder „Hanna Montana“-Bettwünsche für 3 Euro. Schließlich wurde über den Preis verhandelt. Nicht im Interesse des eigenen Geldbeutels, sondern im Interesse der bedürftigen Kinder in Ghana. Denn jeder eingenommene Cent geht dorthin. Es wurde zu dem Anlass auch eigens gebastelt. Kunstvoll gestaltete Weihnachtskarten gehörten zum Angebot, und auch die Tischdekoration – Tannenbäume und Wichtel aus Ton, sowie Bäume aus Papier – wurde feilgeboten. Der Elternbeirat verpflegte Eltern und Kinder mit Wiener Würstl, leckerem Mais sowie Kaffee und Kuchen.
Rektor Markus Winkler freute sich über das außerordentliche Interesse bei den Schülern, Eltern und Großeltern gleichermaßen. Denn das Hauptanliegen sei selbstverständlich, Gutes zu tun. „Es geht aber auch um Nachhaltigkeit. Dinge, die man selbst nicht mehr braucht, nicht einfach wegzuwerfen, weil es sie von anderen gebraucht und genutzt werden können“, formulierte hielt Winkler ein ebenso wertvolles Ziel. Schließlich sei das Verkaufen und Kaufen auch mit Erfolgserlebnissen für die Kinder verbunden. Und es werde damit einmal mehr die Verbundenheit mit den Armen Schulschwestern sehr deutlich, so der Rektor.
Die Hagelstädterin Anne Schoß war Jahrzehnte an der Schierlinger Schule als Lehrerin tätig. Obwohl sie im siebten Jahr pensioniert ist, kommt sie jedes Jahr mit vielen Artikeln zum Flohmarkt und wird als Anbieterin sowie als Kundin aktiv. Und sie war begeistert, weil sie ein altes Märchenbuch – „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen – gefunden und gekauft hat. „Nimm mich mit“, würden solche Sache zu ihr schreien, ebenso wie zwei Engel, die Anne Schoß erstand.
Schon am Nachmittag stand das Ergebnis fest. „Wir haben ein Rekordergebnis von 3400 Euro erzielt!“, gab Konrektor Josef Hoffmann voll Freude bekannt. Und darauf können alle stolz sein: Kinder und Jugendliche, Schulleitung, Lehrer, Eltern und Großeltern, Elternbeirat, sowie die Offene Ganztagsschule gleichermaßen.

 

Foto und Text: F. Wallner